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Trendscouting in Shanghai und Tokio

Vom 15. bis 20. Januar bereiste eine Delegation des DDV (Deutscher Dialogmarketing Verband e.V.) die faszinierenden Hot-Spots Shanghai und Tokio - mit dabei: auch einer der Geschäftsführer der defacto realations, Marcus Wailersbacher. Das straffe Programm in beiden Städten umfasste eine Vielzahl von Terminen mit den Innovations-Bereichen etablierter Top-Unternehmen, aber ebenso mit Start-Ups und Vertretern aus Forschung und Medien.

In Shanghai, mit 24 Millionen Einwohnern einer der wichtigsten Industriestädte Chinas, manifestierte sich ein beeindruckendes Bild von der Leistungsfähigkeit und dem Selbstbewusstsein der chinesischen Unternehmen, speziell des chinesischen Internet-, Online-Handels und Technologie-Ökosystems. Dass dieses Ökosystem nahezu keine vertrauten Namen der großen Player aus dem Westen á la Facebook, Amazon und Google aufweist, war dabei keine wirkliche Überraschung. Der Grund dafür eher schon: denn von allen Seiten wurden dafür nicht, wie zu erwarten, etwa die Einflussnahme staatlicher Stellen genannt. Im Wesentlichen wurde das Scheitern der Etablierten deren Trägheit bei der Anpassung an Trends und lokale Präferenzen und das zu geringe Budget für die Erschließung des chinesischen Marktes zugeschrieben. Ein Highlight: während Mobile-Payment bei uns noch auf den Durchbruch wartet, ist es in China bereits voll etabliert und ein Großteil der Bezahlvorgänge wird über Alipay & Co. abgewickelt.

Mit Tokio stand dann eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt auf dem Programm. Angesichts der Geschäftigkeit und der Masse an Menschen, die Tag und Nacht gefühlt alle Straßen, Plätze und Verkehrsmittel frequentieren, mag man kaum glauben, dass Japan auf Grund seiner überalternden Gesellschaft und einer rückläufigen Erwerbsbevölkerung vor großen Herausforderungen steht. Damit sind aber auch schon zwei wesentliche Themenkomplexe beschrieben, die große Bereiche des Besuchs bei japanischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen kennzeichneten: Lösungen für die Mobilität, das Arbeiten, Entertainment und Ernährung der Zukunft einerseits, und der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Mensch-Maschinen-Interfaces für einen möglichst optimalen Einsatz der immer rarer werdenden menschlichen Arbeitskraft andererseits.

Eine Woche in Shanghai und Tokio konnte nur in Ansätzen Schlaglichter auf die Kultur der beiden Länder und die Mechanismen der Märkte liefern. Was bleibt sind auf jeden Fall zwei Dinge: eine Vielzahl von unvergesslichen Impressionen von Business, Land und Leuten - und viele interessante, inspirierende Impulse für die Projekte und Kunden der defacto realations.